Warum wird eine MPU in Deutschland angeordnet?

In Deutschland werden jährlich etwa 100.000 Medizinisch-Psychologische Untersuchungen (MPU) durchgeführt. Obwohl diese Zahl in den letzten zehn Jahren relativ konstant geblieben ist, handelt es sich hierbei nur um 0,2 Prozent aller Führerscheininhaber. Oftmals wird die MPU nach dem Entzug der Fahrerlaubnis oder dem Ablauf einer Sperrfrist angeordnet. Warum also ist eine MPU notwendig? In diesem Artikel klären wir über die verschiedenen Anlässe für die Anordnung der MPU auf.

Wiederholte MPU-Prüfungen: Ein bemerkenswerter Trend

Fast die Hälfte aller durchgeführten MPUs sind Wiederholungsuntersuchungen. Diese Tatsache zeigt die Wichtigkeit, sich frühzeitig und umfassend zu informieren und beraten zu lassen.

Rangfolge der Hauptgründe für die Anordnung einer MPU

  1. Alkohol im Straßenverkehr: Bei 54 bis 60 Prozent aller MPU-Gutachten steht die Alkoholfrage im Mittelpunkt.
  2. Drogen und Medikamente: Mit 18 bis 20 Prozent stehen Fragen zu Medikamenten- und Drogenmissbrauch an zweiter Stelle.
  3. Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol: Hierbei handelt es sich um 14 bis 17 Prozent der Fälle.

Sonstige Anlässe für MPU-Anordnungen

Weitere, allerdings seltener vorkommende Gründe für MPU-Anordnungen, machen je nach Jahr 5 bis 11 Prozent aus. Hierzu zählen etwa körperliche oder psychische Beeinträchtigungen.

Spezifische Anordnungsgründe: Wann wird eine MPU erforderlich?

  • Bei mehrfacher Auffälligkeit durch Alkoholkonsum im Straßenverkehr
  • Bei einmaliger Auffälligkeit mit einer Promillezahl von 1,6 oder darüber
  • Unter Einfluss von Drogen im Straßenverkehr
  • Bei schwerwiegenden Verkehrsverstößen oder mehr als 7 Punkten in Flensburg
  • Bei Straftaten, die auf hohe Aggressivität oder geringe Impulskontrolle hinweisen

Besondere Fälle: Berufliche und gesundheitliche Aspekte

  • Für bestimmte Berufsgruppen, wie zum Beispiel Fahrlehrer
  • Bei körperlichen oder geistigen Einschränkungen, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen
  • Bei psychischen Erkrankungen wie Altersdemenz oder schizophrene Psychosen

Fazit: Individualisierte Bewertung der Fahreignung

Die Fahrtüchtigkeit eines Individuums kann durch diverse Faktoren beeinflusst werden, von Alkohol- und Drogenmissbrauch bis hin zu psychischen und physischen Erkrankungen. In jedem Fall ist eine individuelle Beurteilung erforderlich, um zu entscheiden, ob die Voraussetzungen für das Führen eines Kraftfahrzeugs erfüllt sind oder wiederhergestellt werden können.

Die MPU ist in Deutschland ein wichtiges Instrument zur Gewährleistung der Straßenverkehrssicherheit. Daher ist es essenziell, sich frühzeitig und kompetent beraten zu lassen, um mögliche zukünftige Herausforderungen besser zu bewältigen.

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