Leberwerte bei der MPU: Das zählt wirklich

Leberwerte bei der MPU können Hinweise auf Alkoholkonsum geben, ersetzen aber keinen anerkannten Abstinenznachweis. Wer wegen Alkohol zur MPU muss, sollte GGT, GOT, GPT und gegebenenfalls CDT früh prüfen lassen. Die Werte zeigen vor allem, ob die Leber belastet ist und ob sich eine positive Entwicklung dokumentieren lässt. Entscheidend bleibt jedoch das Gesamtbild: Laborbefunde, Abstinenzbelege, psychologische Aufarbeitung und eine glaubhafte Veränderung im Trinkverhalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leberwerte sind kein direkter Abstinenznachweis. Sie stützen die MPU-Vorbereitung, beweisen aber nicht sicher, dass kein Alkohol konsumiert wurde.
  • GGT, GOT und GPT müssen im Zusammenhang
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    gelesen werden.
    Ein einzelner auffälliger Wert sagt wenig aus, weil Medikamente, Sport, Übergewicht, Fettleber oder Gallenprobleme ebenfalls eine Rolle spielen können.
  • CDT ist alkoholspezifischer als klassische Leberwerte. Der Wert kann bei regelmäßig hohem Alkoholkonsum auffallen, ist aber ebenfalls kein Ersatz für ein korrektes Abstinenzprogramm.
  • Für die MPU zählt der Verlauf. Mehrere Laborbefunde über Wochen oder Monate wirken glaubwürdiger als ein einzelner Bluttest kurz vor dem Termin.
  • Wer Abstinenz nachweisen muss, braucht anerkannte Belege. Dafür kommen vor allem Urin- oder Haaranalysen nach den geltenden CTU-Anforderungen infrage.

Reichen gute Leberwerte für die MPU aus?

Nein, gute Leberwerte reichen für eine erfolgreiche Alkohol-MPU nicht aus. Sie können die medizinische Entwicklung unterstützen, gelten aber nicht als sicherer Abstinenznachweis. Wenn Abstinenz gefordert ist, müssen Betroffene anerkannte Abstinenzbelege vorlegen, etwa über Urin- oder Haaranalysen. Leberwerte helfen vor allem dabei, den Gesundheitszustand, frühere Belastungen und die Stabilität der Veränderung einzuordnen.

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Warum Leberwerte bei der MPU überhaupt geprüft werden

Bei einer MPU wegen Alkohol schaut der Gutachter nicht nur auf den früheren Promillewert oder den Polizeibericht. Er prüft, ob sich Ihr Umgang mit Alkohol wirklich verändert hat. Genau an dieser Stelle kommen Leberwerte ins Spiel. Sie sind keine „Wahrheitsmaschine“, aber sie liefern medizinische Hinweise. Passt der Laborverlauf zur geschilderten Abstinenz oder zur kontrollierten Trinkveränderung? Oder gibt es Widersprüche?

Die Bundesanstalt für Straßenwesen beschreibt Laborbefunde und Abstinenzbelege als wichtigen Teil der Alkohol-MPU. In der Praxis werden bei einer MPU wegen Alkohol Leberwerte regelmäßig einbezogen, weil sie Hinweise auf körperliche Belastungen durch Alkohol geben können. Das heißt aber nicht: Normale Werte lösen das MPU-Problem automatisch. Sie sind ein Baustein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Ein guter Beitrag zur MPU-Vorbereitung besteht deshalb aus zwei Ebenen. Die erste Ebene ist medizinisch: Welche Werte sind auffällig, welche Ursachen sind denkbar, wie entwickelt sich das Blutbild? Die zweite Ebene ist psychologisch: Warum kam es zum problematischen Alkoholkonsum, was wurde verändert, warum ist das neue Verhalten stabil? Nur wenn beide Ebenen zusammenpassen, entsteht ein überzeugendes Bild.

Lesen Sie ergänzend auch den internen Ratgeber zum Abstinenznachweis bei der MPU und die Übersicht zur Abstinenzkontrolle. Beide Themen hängen eng mit der Bewertung der Leberwerte zusammen.

Welche Leberwerte sind bei der MPU besonders wichtig?

Bei der Alkohol-MPU fallen meist vier Werte besonders auf: GGT, GOT, GPT und CDT. Die ersten drei gehören zu den klassischen Leberwerten. CDT ist ein spezieller Alkoholmarker, der vor allem bei regelmäßig hohem Alkoholkonsum relevant wird. Dazu kommen je nach Fall weitere Blutwerte wie MCV, Bilirubin oder der Quick-Wert. Diese Zusatzwerte können helfen, das Gesamtbild medizinisch besser einzuordnen.

Wichtig ist: Ein Laborwert spricht nie allein. Die Deutsche Leberstiftung weist darauf hin, dass GPT fast ausschließlich in Leberzellen vorkommt und bei einer relativ leichten Zellschädigung erhöht sein kann. GOT kommt dagegen auch im Muskelgewebe vor. Deshalb kann GOT auch nach hartem Krafttraining, Muskelverletzungen oder körperlicher Überlastung auffallen. Genau solche Details können bei der MPU entscheidend sein, weil ein Gutachter erhöhte Werte nicht isoliert betrachten sollte.

Wert Medizinische Bedeutung MPU-Relevanz Typische Einflussfaktoren
GGT / Gamma-GT Enzym aus Leber und Gallenwegen Reagiert häufig bei regelmäßigem Alkoholkonsum, aber unspezifisch Alkohol, Medikamente, Gallenprobleme, Fettleber, Stoffwechsel
GPT / ALT Enzym, das stark mit Leberzellen verbunden ist Kann auf Leberzellschädigung hinweisen Alkohol, Fettleber, Hepatitis, Medikamente, Übergewicht
GOT / AST Enzym aus Leber, Herz und Muskeln Nur im Zusammenhang mit GPT, GGT und Vorgeschichte sinnvoll Alkohol, Muskelschäden, Sport, Lebererkrankungen
CDT Spezifischer Marker für länger anhaltend hohen Alkoholkonsum Kann bei Alkoholfragestellungen ergänzend relevant sein Regelmäßig hoher Alkoholkonsum, seltene medizinische Sonderfälle
MCV Mittleres Volumen der roten Blutkörperchen Kann bei längerem Alkoholkonsum auffallen Alkohol, Vitaminmangel, Blutbildveränderungen

GGT bei der MPU: empfindlich, aber nicht eindeutig

GGT ist der Wert, über den MPU-Kandidaten am häufigsten stolpern. Er reagiert empfindlich auf Belastungen der Leber und der Gallenwege. Genau deshalb wird er bei Alkoholfragen ernst genommen. Ein hoher GGT-Wert kann den Verdacht stützen, dass regelmäßig oder in größeren Mengen Alkohol konsumiert wurde. Er kann aber auch aus anderen Gründen erhöht sein.

Gesundheitsinformation.de, das Portal des IQWiG, beschreibt GGT als Enzym, dessen Wert bei Leber- und Gallenwegserkrankungen steigen kann. Auch Alkohol und viele Medikamente können den Wert erhöhen. Für die MPU bedeutet das: Ein erhöhter GGT-Wert ist ein Warnsignal, aber kein alleiniger Beweis. Wer abstinent lebt und trotzdem eine erhöhte GGT hat, sollte die Ursache ärztlich klären lassen.

In der MPU-Vorbereitung ist GGT vor allem als Verlaufswert interessant. Sinkt der Wert über mehrere Wochen oder Monate, kann das zur geschilderten Veränderung passen. Bleibt er hoch, wird der Gutachter nachfragen. Dann helfen keine Ausreden. Besser ist eine saubere Dokumentation: Hausarztbefunde, gegebenenfalls Ultraschall, Medikamentenliste und eine plausible Erklärung, warum der Wert auffällig ist.

GOT und GPT: Warum der De-Ritis-Quotient nicht überschätzt werden darf

GOT und GPT werden oft gemeinsam betrachtet. Das Verhältnis beider Werte wird als De-Ritis-Quotient bezeichnet. In manchen Fällen kann dieses Verhältnis Hinweise auf die Art einer Leberschädigung geben. Bei chronischem Alkoholkonsum wird häufig darauf geachtet, ob GOT im Verhältnis zu GPT auffällig hoch ist. Trotzdem wäre es falsch, daraus allein eine MPU-Prognose abzuleiten.

GPT gilt als leberspezifischer, weil es vor allem in Leberzellen vorkommt. GOT findet sich auch in Muskeln. Wer kurz vor der Blutentnahme ein hartes Krafttraining macht, schwer körperlich arbeitet oder eine Muskelverletzung hat, kann deshalb auffällige GOT-Werte bekommen. Das wirkt im Laborbogen schnell dramatisch. Medizinisch muss es aber nicht zwingend Alkohol bedeuten.

Für die MPU ist deshalb wichtig, wie Sie mit solchen Befunden umgehen. Nicht vertuschen. Nicht schönreden. Nicht mit Detox-Versprechen arbeiten. Lassen Sie die Werte ärztlich einordnen und nehmen Sie die Befunde mit in Ihre Vorbereitung. Ein Gutachter merkt meist schnell, ob jemand seine Werte verstanden hat oder nur auswendig gelernte Sätze wiederholt.

CDT bei der MPU: Der speziellere Alkoholmarker

CDT steht für Carbohydrate-Deficient Transferrin. Dieser Wert wird häufig erwähnt, wenn es um länger anhaltenden hohen Alkoholkonsum geht. Er ist spezifischer als GGT, GOT und GPT, weil er stärker mit chronisch erhöhtem Alkoholkonsum zusammenhängt. Trotzdem gilt auch hier: CDT ersetzt kein anerkanntes Abstinenzprogramm, wenn die Fahrerlaubnisbehörde oder die Begutachtungsstelle einen Abstinenznachweis erwartet.

Viele Kandidaten verwechseln CDT mit EtG. Das ist ein Fehler. EtG ist ein direkter Alkoholmarker und wird bei Abstinenzprogrammen in Urin oder Haaren genutzt. CDT ist ein Blutmarker, der eher eine längerfristige Trinkbelastung anzeigen kann. Ein normaler CDT-Wert kann entlasten, wenn andere Werte leicht erhöht sind. Er beweist aber nicht lückenlos, dass Sie abstinent waren.

Für die MPU kann CDT dann sinnvoll sein, wenn frühere erhöhte Werte dokumentiert wurden und später eine Normalisierung sichtbar wird. Das zeigt Entwicklung. Entwicklung ist in der MPU oft stärker als ein einzelner Laborzettel. Wer seine Veränderung nachvollziehbar belegen kann, hat im Gespräch mehr Substanz.

Leberwerte oder Abstinenznachweis: Was zählt stärker?

Wenn Abstinenz gefordert ist, zählen anerkannte Abstinenzbelege stärker als Leberwerte. Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Normale Leberwerte fühlen sich gut an. Sie wirken beruhigend. Für die MPU reichen sie aber nicht, wenn ein forensisch verwertbarer Abstinenznachweis verlangt wird.

Die DGVM verweist bei Abstinenzkontrollen auf klare Anforderungen an Probennahme, Identitätskontrolle, Terminvergabe und fachliche Verantwortung. Dazu gehören unter anderem Begutachtungsstellen für Fahreignung, Gesundheitsämter, Fachärzte mit verkehrsmedizinischer Qualifikation, Rechtsmedizin oder forensisch-toxikologisch geeignete Labore. Genau deshalb ist ein privat organisierter Bluttest beim Hausarzt zwar hilfreich, aber nicht automatisch ein anerkannter Abstinenzbeleg.

Kriterium Leberwerte Anerkannter Abstinenznachweis
Zweck Medizinische Einordnung und Verlaufskontrolle Nachweis von Alkoholabstinenz nach festgelegten Standards
Typische Werte GGT, GOT, GPT, CDT, MCV EtG im Urin oder EtG in Haaren
Beweiskraft Unterstützend, aber unspezifisch Deutlich höher, wenn korrekt durchgeführt
Risiko Normale Werte können falsche Sicherheit geben Fehler bei Programm, Fristen oder Stelle können zur Nichtanerkennung führen
Empfehlung Früh und regelmäßig kontrollieren Nur über geeignete Stellen planen und dokumentieren

Mehr zur formalen Seite finden Sie im internen Beitrag Abstinenzkontrolle: Ablauf, Dauer und typische Fehler.

Normwerte: Welche Leberwerte gelten als unauffällig?

Normwerte hängen vom Labor, vom Messverfahren, vom Geschlecht und manchmal auch vom Alter ab. Deshalb sollte immer der Referenzbereich auf dem konkreten Laborbogen zählen. Als Orientierung nennt die Deutsche Leberstiftung für Erwachsene häufig folgende Bereiche: GPT bei Frauen etwa 10 bis 35 U/l und bei Männern etwa 10 bis 50 U/l, GOT bei Frauen etwa 10 bis 35 U/l und bei Männern etwa 10 bis 50 U/l sowie GGT bei Frauen unter 40 U/l. Für Männer wird GGT oft höher angesetzt.

Laborwert Orientierung Frauen Orientierung Männer Hinweis für die MPU
GPT / ALT ca. 10–35 U/l ca. 10–50 U/l Leberzellnaher Wert, ärztlich einordnen lassen
GOT / AST ca. 10–35 U/l ca. 10–50 U/l Auch durch Muskelbelastung beeinflussbar
GGT oft unter 40 U/l laborabhängig häufig höherer Referenzbereich Empfindlich, aber nicht alkoholspezifisch
CDT Laborabhängig Laborabhängig Bei Alkoholfragestellung ergänzend interessant

Auffällige Werte sollten nicht panisch machen. Sie sollten aber ernst genommen werden. Die Deutsche Leberhilfe beschreibt erhöhte Leberwerte als Signal, dass etwas nicht stimmt. Sie sind nicht selbst die Ursache des Problems, sondern ein Hinweis auf mögliche Belastungen. Genau diese nüchterne Einordnung ist für die MPU hilfreich.

Warum erhöhte Leberwerte nicht automatisch Alkoholmissbrauch bedeuten

Ein häufiger Fehler in MPU-Texten ist die zu harte Gleichsetzung: hohe Leberwerte gleich Alkoholproblem. So einfach ist es nicht. Alkohol kann Werte erhöhen, ja. Aber auch eine Fettleber, Medikamente, Gallenprobleme, Virushepatitis, starkes Übergewicht, Diabetes, intensiver Sport oder seltenere Erkrankungen können das Blutbild verändern.

Gerade das macht die Vorbereitung anspruchsvoll. Wer erhöhte Werte hat, sollte nicht versuchen, sie mit fragwürdigen „Leberreinigungen“ oder Crash-Diäten schnell zu drücken. Das wirkt unseriös und kann medizinisch sogar kontraproduktiv sein. Viel besser ist eine klare Diagnostik. Hausarzt. Wiederholungskontrolle. Medikamentenliste. Falls nötig: Ultraschall oder fachärztliche Abklärung.

Für das MPU-Gespräch ist eine solche Erklärung wertvoll. Sie zeigt, dass Sie Verantwortung übernehmen. Sie zeigen nicht nur: „Meine Werte sind wieder okay.“ Sie zeigen: „Ich habe verstanden, was diese Werte bedeuten, und ich gehe sauber damit um.“ Das klingt klein. In einer MPU kann es groß sein.

Wie lange brauchen Leberwerte nach Alkoholabstinenz?

Die Erholung hängt stark vom Ausgangszustand ab. Wer nur kurzfristig erhöhte Werte hatte, kann innerhalb weniger Wochen Verbesserungen sehen. Bei langer Trinkgeschichte, Fettleber oder weiteren Erkrankungen kann es deutlich länger dauern. Besonders GGT kann sich als Verlaufswert eignen, weil der Wert auf Veränderungen reagieren kann. Eine feste Garantie gibt es aber nicht.

Für die MPU ist deshalb ein Zeitplan sinnvoll. Beginnen Sie nicht erst vier Wochen vor dem Termin. Ein einzelner guter Wert kurz vor der Untersuchung wirkt schwächer als mehrere Befunde, die über Monate eine stabile Entwicklung zeigen. Wer früh startet, gewinnt Zeit. Zeit für medizinische Abklärung. Zeit für echte Verhaltensänderung. Zeit für saubere Nachweise.

Zeitpunkt vor der MPU Sinnvolle Maßnahme Warum das hilft
6 Monate oder früher Erste Blutkontrolle mit GGT, GOT, GPT, CDT und Blutbild Auffälligkeiten werden rechtzeitig sichtbar
Alle 6–8 Wochen Verlaufskontrolle beim Arzt Die Entwicklung wird dokumentierbar
Parallel Klärung, ob Abstinenznachweis nötig ist Fristen und anerkannte Stellen werden nicht verpasst
4–6 Wochen vor der MPU Finaler medizinischer Check Aktuelle Befunde liegen vor
Vor dem Termin Befunde sortieren und erklären können Das Gespräch wirkt ruhiger und glaubwürdiger

Was Sie vor der Blutabnahme vermeiden sollten

Ein Laborwert kann durch Verhalten kurz vor der Blutabnahme beeinflusst werden. Das bedeutet nicht, dass man Werte „tricksen“ sollte. Es bedeutet: Man sollte unnötige Störfaktoren vermeiden. Sonst wirkt ein eigentlich harmloser Befund plötzlich auffällig.

  • Kein intensiver Sport kurz vorher: Krafttraining, lange Läufe oder schwere körperliche Arbeit können insbesondere GOT beeinflussen.
  • Medikamente offen besprechen: Schmerzmittel, bestimmte Cholesterinsenker oder andere Präparate können Leberwerte verändern. Nichts eigenmächtig absetzen.
  • Keine Crash-Diäten: Radikale Ernährungsumstellungen kurz vor dem Test wirken nicht professionell und können Laborwerte durcheinanderbringen.
  • Vorerkrankungen dokumentieren: Fettleber, Gallensteine, Hepatitis oder Stoffwechselprobleme sollten ärztlich belegt werden.
  • Laborbogen vollständig aufbewahren: Nicht nur den „guten“ Wert zeigen. Für die MPU zählt das nachvollziehbare Gesamtbild.

Welche Fehler bei Leberwerten die MPU gefährden

Der größte Fehler ist falsche Sicherheit. Viele denken: „Meine Leberwerte sind gut, also kann nichts passieren.“ Doch eine MPU ist keine reine Blutuntersuchung. Sie ist eine medizinisch-psychologische Begutachtung. Wer im Gespräch keine stabile Veränderung erklären kann, wird durch schöne Laborwerte nicht gerettet.

Der zweite Fehler ist ein zu später Start. Auffällige Werte lassen sich nicht seriös über Nacht korrigieren. Wenn erst kurz vor dem Termin getestet wird, bleibt keine Zeit für Abklärung, Verlauf und Nachweise. Das kann unnötigen Druck erzeugen. Und Druck führt oft zu schlechten Entscheidungen.

Der dritte Fehler ist die falsche Stelle für Abstinenzbelege. Nicht jede Probe, nicht jedes Labor und nicht jede Bescheinigung wird für die Fahreignungsbegutachtung akzeptiert. Die DGVM beschreibt klare Anforderungen an Rahmenbedingungen, verantwortliche Stellen und Qualitätssicherung. Wer hier schludert, verliert im schlimmsten Fall Monate.

Der vierte Fehler ist Schönreden. Wenn Werte auffällig sind, sollte man das nicht wegdiskutieren. Ein Gutachter erwartet keine perfekten Menschen. Er erwartet Nachvollziehbarkeit, Einsicht und Stabilität. Genau hier kann eine gute Vorbereitung helfen. Mehr dazu finden Sie im internen Bereich Verkehrspsychologie und MPU-Vorbereitung.

Wie der MPU-Gutachter Leberwerte einordnet

Der Gutachter schaut nicht nur auf Zahlen. Er prüft, ob die Zahlen zur Geschichte passen. Wer früher stark getrunken hat und heute stabile Werte, passende Abstinenzbelege und eine glaubhafte Verhaltensänderung vorlegen kann, wirkt deutlich konsistenter. Wer dagegen normale Leberwerte hat, aber im Gespräch ausweicht, bleibt riskant.

Auffällige Werte führen oft zu Nachfragen. Wann wurden die Werte gemessen? Gab es Vorerkrankungen? Welche Medikamente wurden genommen? Wurde wirklich abstinent gelebt? Gibt es EtG-Nachweise? Wurde die Trinkgeschichte aufgearbeitet? Genau diese Fragen sollten Sie nicht erst im Untersuchungsraum zum ersten Mal hören.

Eine gute Vorbereitung heißt nicht, Antworten auswendig zu lernen. Sie heißt, die eigene Geschichte ehrlich zu verstehen. Warum wurde getrunken? Welche Funktion hatte Alkohol? Stressabbau? Gruppendruck? Einsamkeit? Gewohnheit? Belohnung? Erst wenn diese Ebene klar ist, bekommen Laborwerte ihren richtigen Platz: Sie stützen eine Veränderung, sie ersetzen sie nicht.

Leberwerte bei kontrolliertem Trinken: Reicht das?

Nicht jede Alkohol-MPU endet automatisch in einer Abstinenzforderung. Je nach Vorgeschichte kann auch kontrolliertes Trinken Thema sein. Das hängt vom Einzelfall ab: Promillehöhe, Wiederholungsdelikte, Konsummuster, Kontrollverlust, Diagnose und Aktenlage. Wer eine Alkoholabhängigkeit oder einen schweren Missbrauchshintergrund hat, wird meist nicht mit einfachen Trinkregeln überzeugen.

Bei kontrolliertem Trinken sind Leberwerte ebenfalls nur ein Baustein. Sie können zeigen, ob die körperliche Belastung abgenommen hat. Sie beweisen aber nicht, dass die neue Trinkregel im Alltag stabil funktioniert. Dafür braucht es eine klare Strategie: Trinkmengenbegrenzung, Risikosituationen, soziale Kontrolle, Alternativen und eine ehrliche Rückfallprävention.

Wer unsicher ist, sollte früh klären lassen, ob Abstinenz oder kontrolliertes Trinken im eigenen Fall realistisch ist. Eine pauschale Antwort wäre unseriös. Die passende Strategie hängt nicht vom Wunsch des Betroffenen ab, sondern von der Begutachtungsfrage und der Vorgeschichte.

Quellen und fachliche Einordnung

Für diesen Beitrag wurden deutsche Fach- und Gesundheitsquellen herangezogen. Die Quellen dienen der medizinischen und verkehrsmedizinischen Einordnung. Sie ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung und keine individuelle MPU-Beratung.

Fazit: Leberwerte bei der MPU richtig nutzen

Leberwerte sind bei der MPU wichtig, aber sie sind kein Freifahrtschein. GGT, GOT, GPT und CDT können zeigen, ob der Körper belastet ist und ob sich eine positive Entwicklung abzeichnet. Für die eigentliche Fahreignung zählen jedoch auch Abstinenzbelege, Aktenlage, Trinkgeschichte und psychologische Veränderung. Wer früh testet, Befunde sauber dokumentiert und die Ursachen ehrlich aufarbeitet, geht deutlich besser vorbereitet in die MPU.

FAQ: Häufige Fragen zu Leberwerten bei der MPU

Welche Leberwerte werden bei der MPU geprüft?

Bei einer Alkohol-MPU werden häufig GGT, GOT und GPT betrachtet. Je nach Fall können CDT, MCV und weitere Blutwerte hinzukommen. Entscheidend ist nicht ein einzelner Wert, sondern das medizinische Gesamtbild.

Sind normale Leberwerte ein Beweis für Abstinenz?

Nein. Normale Leberwerte können eine positive Entwicklung stützen, beweisen aber keine Alkoholabstinenz. Wenn Abstinenz gefordert ist, brauchen Sie anerkannte Abstinenzbelege.

Was bedeutet ein erhöhter GGT-Wert vor der MPU?

Ein erhöhter GGT-Wert kann auf Alkohol, Medikamente, Gallenprobleme oder andere Leberbelastungen hinweisen. Er sollte ärztlich abgeklärt werden. Für die MPU ist wichtig, ob eine plausible Ursache und ein nachvollziehbarer Verlauf dokumentiert sind.

Wie lange dauert es, bis Leberwerte wieder sinken?

Das ist individuell verschieden. Manche Werte verbessern sich innerhalb weniger Wochen, andere brauchen Monate. Ausgangszustand, Trinkgeschichte, Gewicht, Medikamente und Vorerkrankungen spielen eine große Rolle.

Kann Sport Leberwerte verfälschen?

Ja, vor allem GOT kann durch starke Muskelbelastung auffallen. Intensives Krafttraining oder schwere körperliche Arbeit kurz vor der Blutabnahme können das Ergebnis beeinflussen. Deshalb sollte man solche Faktoren vor einer Kontrolle vermeiden oder ärztlich einordnen lassen.

Ist CDT besser als GGT?

CDT ist alkoholspezifischer als GGT, reagiert aber vor allem auf länger anhaltend hohen Alkoholkonsum. GGT ist empfindlicher, aber unspezifischer. Für die MPU können beide Werte nur im Zusammenhang sinnvoll bewertet werden.

Kann der Hausarzt Abstinenz für die MPU bestätigen?

Ein Hausarzt kann Blutwerte kontrollieren und medizinische Ursachen abklären. Ein anerkannter Abstinenznachweis muss aber bestimmte formale Anforderungen erfüllen. Deshalb sollten Abstinenzprogramme nur über geeignete Stellen geplant werden.

Wann sollte ich meine Leberwerte vor der MPU testen lassen?

Idealerweise beginnt die Kontrolle mehrere Monate vor dem MPU-Termin. Eine erste Blutuntersuchung sechs Monate vorher gibt Sicherheit. Danach können Verlaufskontrollen alle sechs bis acht Wochen sinnvoll sein.

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